Delmenhorst, 17.08.2026 – 13 Auszubildende der Berufsfachschule Pflege Stephanusstift haben ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen einer feierlichen Verabschiedung erhielten sie ihre Examenszeugnisse und wurden von der Schulleitung, einem Vertreter der Stadt sowie der Kreispfarrerin persönlich zu ihrem Abschluss beglückwünscht.
Hinter den Absolventinnen und Absolventen liegen drei Jahre intensiver Ausbildung mit theoretischem Unterricht und umfangreichen praktischen Einsätzen in verschiedenen Bereichen der Pflege. Mit dem bestandenen Examen übernehmen sie nun als staatlich examinierte Pflegefachkräfte Verantwortung für eine anspruchsvolle und gesellschaftlich unverzichtbare Aufgabe.
Schulleiter Frerk Hinrichs würdigte den Abschluss auch vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen im Gesundheits- und Pflegewesen.
„Pflege ist eine hochqualifizierte Profession. Sie verlangt Fachwissen, Verantwortungsbereitschaft, Urteilskraft und vor allem die Fähigkeit, den Menschen auch dort im Blick zu behalten, wo wirtschaftliche Zwänge den Alltag bestimmen.“
Gerade deshalb sei die Entscheidung für einen Pflegeberuf auch eine Entscheidung für die Gesellschaft. „Wir hören überall, dass wir dringend mehr Pflegefachkräfte brauchen. Gleichzeitig erleben wir, dass Einrichtungen sich aus der Ausbildung zurückziehen und auch etablierte Einrichtungen unter wirtschaftlichen Druck geraten. Das ist ein Widerspruch, den wir als Gesellschaft ernst nehmen müssen“, so Hinrichs.
Die Bedeutung des Pflegeberufs wurde auch durch die weiteren Gratulanten unterstrichen. Olaf Meyer-Helfers, Fachbereichsleiter Jugend, Soziales und Gesundheit der Stadt Delmenhorst; würdigte die Absolventinnen und Absolventen als dringend benötigte Fachkräfte und betonte die Bedeutung guter Pflege für die Menschen in der Region. Die Kreispfarrerin Birte Wielage stellte insbesondere die menschliche und ethische Dimension des Pflegeberufs heraus und ermutigte die jungen Fachkräfte, ihre berufliche Verantwortung mit Haltung und Zuversicht wahrzunehmen.
Für die Schulleitung stand bei der Verabschiedung neben aller berechtigten Kritik an den Rahmenbedingungen vor allem eines im Mittelpunkt: den jungen Pflegefachkräften Mut für ihren Berufsweg mitzugeben.
„Es gibt einen Satz, der Martin Luther zugeschrieben wird: ‚Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.‘ Ob Luther diesen Satz tatsächlich gesagt hat, wissen wir nicht. Aber als Bild für den Pflegeberuf gefällt er mir sehr“, sagte Hinrichs.
Hoffnung bedeute nicht, darauf zu warten, dass sich die Bedingungen von selbst verbessern. „Hoffnung bedeutet, heute etwas dafür zu tun. Einen Menschen zu versorgen, ihm Sicherheit zu geben, für seine Würde einzustehen und auch dann gute Pflege zu leisten, wenn es nicht die einfachste oder wirtschaftlichste Lösung ist.“
Mit dem Examen sind die 13 Absolventinnen und Absolventen nun selbst Fachkräfte. Ihnen stehen damit vielfältige berufliche Möglichkeiten in Krankenhäusern, stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen sowie weiteren Bereichen des Gesundheitswesens offen.
„Sie können unser Gesundheitswesen nicht verändern“, gab die Schulleitung den Absolventinnen und Absolventen mit auf den Weg. „Aber sie können dafür sorgen, dass es dort, wo sie Verantwortung tragen, ein Stück menschlicher, fachlicher und gerechter zugeht.“
Mit den Glückwünschen der Schule, der Stadt und der Kirche endete die Feier mit einem zuversichtlichen Blick auf den bevorstehenden Berufsweg der neuen Pflegefachkräfte.
Die generalistische Pflegeausbildung vermittelt Kompetenzen für die professionelle Pflege von Menschen aller Altersgruppen und in unterschiedlichen Versorgungssituationen. Die Ausbildung verbindet theoretischen Unterricht mit umfangreichen praktischen Einsätzen. Mit dem erfolgreichen Examen erwerben die Auszubildenden die staatliche Anerkennung als Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann.